
Das Bild des Tages: TVS-Zugang Bennet Löhmar steigt hoch, zieht ab und trifft, während Luca Schlageter am Kreis ganze Arbeit leistet. Foto: Elmar Wichmann
Die Entfernung zwischen Sandweier, wo die Regionalliga-Handballer des TVS 1907 Baden-Baden angesiedelt sind, und Neuenbürg beträgt rund 30 Kilometer Luftlinie. Insofern kann durchaus von einem Lokalderby gesprochen werden, wenn die beiden Kontrahenten aufeinandertreffen. Am 21. Spieltag war dies in der Neuenbürger Stadthalle der Fall, wo der einheimische HCN den TVS zu Gast hatte. Vor 400 Zuschauern entwickelte sich dann auch folgerichtig eine Partie mit speziellem Derby-Charakter, die der TVS Baden-Baden mit 31:29 (17:11) für sich entschied. Für die Mannschaft von Trainer Sandro Catak war es der fünfte Sieg in Folge, womit der Tabellenvierte (29:13 Zähler) den Platz in der Regionalliga-Spitzengruppe festigte.
Der TVS-Coach sprach nach der Schlusssirene von einem „anspruchsvollen Spiel, das Spaß gemacht hat“. Trotz der Niederlage war auch HCN-Coach Vedran Dozic nicht gänzlich unzufrieden: „Es war sicherlich kein schönes Spiel. Aber da war alles drin, was Handball ausmacht.“ In der Tat wurde den Besuchern beste Unterhaltung geboten. Die nervenaufreibenden 60 Minuten waren ausgefüllt mit kompromisslosen Abwehraktionen, Torhüterparaden, Tempo, Treffern ins leere Gehäuse, mit einem erfolgreich abgeschlossenen Kempa-Trick (Tim Krauth auf Elias Dörflinger) und Spannung pur. Die Roten Karten für TVS-Akteur Julian Schlager (30.) und Nils Pollmer (HCN/49.) unterstreichen, mit welcher Intensität auf beiden Seiten zu Werke gegangen wurde.
Zwar lagen die Gastgeber zu Beginn beim 1:0 und 2:1 in Führung, in der Folge erarbeiteten sich aber die Sandweierer Vorteile. Der letzte Gleichstand wurde beim 7:7 (15.) verzeichnet. Vier Tore in Folge brachten den TVS mit 11:7 (20.) in Front, womit der weitere Weg vorgezeichnet war. „Wir haben in der ersten Hälfte gegen die sehr gute Gäste-Abwehr keine Mittel gefunden“, konstatierte Dozic. Dies führte dazu, dass der TVS Baden-Baden mit einer 17:11-Führung in die Pause ging. Großen Anteil daran hatte Linkshänder Bennet Löhmar, der nach der Knieverletzung von Torjäger Maximilian Strüwing kurzfristig von der SG Pforzheim/Eutingen zum TVS gewechselt ist. Der Rückraumspieler kam in der 23. Minute aufs Parkett und traf danach fast nach Belieben. Mit insgesamt acht Treffern war der 21-Jährige erfolgreichster Werfer auf dem Feld.
In der zweiten Hälfte schienen die Catak-Schützlinge beim 14:22 (40.) und 21:28 (53.) einem klaren Sieg entgegenzueilen, ehe es in der turbulenten Schlussphase beim 26:28, 27:29 (59.) und 28:30 (60.) noch einmal eng wurde. Tim Krauth machte dann mit dem 28:31 endgültig alles klar. Das finale Neuenbürger Tor zum 29:31-Endstand hatte nur noch statistischen Wert
Am Ende gab es ein Trainerlob für die gesamte TVS-Mannschaft mit dem absoluten Aktivposten Bennet Löhmar. Ein weiterer Newcomer machte ebenfalls verstärkt auf sich aufmerksam. Luca Schlageter, der den studienbedingt verhinderten Elias Meier am Kreis vertrat, lieferte eine überzeugende Leistung ab, die er mit zwei wichtigen Treffern im zweiten Durchgang krönte. Außerdem war erfreulich, dass Luis Klingler nach langer Verletzungspause erstmals wieder aktiv ins Geschehen eingriff und sich auf Anhieb gleich gut einfügte.
Für den TVS spielten: Andreas Uttke, Dominik Merz (Tor); Bennet Löhmar 8, Andre Ockert 6/1, Tim Krauth 4, Elias Dörflinger 4, Julian Schlager 3, Luca Schlageter 2, Jeremias Seebacher 2, Dominik Ströhm 1, Luis Materna 1/1, Sebastian Wichmann, Maximilian Vollmer, Mirco Schlageter, Luis Klingler.






















