800 Han Kohnle

Abwehrbereit: Die TVS-Defensive um Han Völker (von links), Jascha Lehnkering, Sebastian Wichmann und Franz Henke stellte sich letztlich erfolgreich den Heininger Angreifern um den siebenfachen Torschützen Felix Kohnle (rechts) entgegen. Foto: Daniel Merkel 

9. April 2022. TVS-Cheftrainer Sandro Catak atmete in der Heininger Voralbhalle nach der Oberliga-Partie seines TVS 1907 Baden-Baden gegen den einheimischen TSV Heiningen erst einmal kräftig durch. Der TVS setzte sich zwar mit 34:32 (18:13) durch, der Sieg hing allerdings am seidenen Faden. Dies, nachdem unsere Mannschaft zwischenzeitlich schon mit sieben Toren geführt hatte. Egal. Zwei weitere wichtige Punkte sind unter Dach und Fach. Der Zwei-Punkte-Vorsprung (plus gewonnener direkter Vergleich) gegenüber dem Drittplatzierten SG H2Ku Herrenberg wurde gewahrt. Und beim TSV Heiningen, der zweifellos über einen gut besetzten Oberliga-Kader verfügt, muss man erst einmal gewinnen.
Gleich die erste Szene des Spiels ließ für den TVS nichts Gutes erahnen. Christian Fritz bekam nach 27 Sekunden sofort eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt. Der Heininger Rechtsaußen war ihm beim freien Torwurf, den TVS-Keeper Dominik Horn parierte, auf den Fuß getreten. Mehr war nicht. Zur Zeitstrafe kam ein Siebenmeter hinzu, den Finn Krempl zum 1:0 für die Gastgeber verwandelte. Sascha Hartl ließ zwar umgehend das 2:0 folgen, brachte den TVS damit aber nicht aus der Fassung. Unsere Mannschaft blieb dran. Zweimal traf Maximilian Strüwing – und es stand 2:2.
Heiningen hatte in der Folge zunächst leichte Vorteile (6:4, 8:7, 9:8). Dann drehte der TVS aber auf. Innerhalb von dreieinhalb Minuten warf unser Team mit fünf Treffern in Folge eine 13:9-Führung heraus, die bis zur Halbzeit (18:13) noch leicht ausgebaut wurde.
Nach der Pause schienen die Sandweierer einem ungefährdeten Auswärtssieg entgegenzusteuern. Mit zwei schnellen Toren erhöhte der TVS auf 20:13, nach 35 Minuten stand es 22:15. Allmählich fanden die kampfstarken Gastgeber, die noch im Abstiegskampf stecken, aber zurück ins Spiel. Heiningen verkürzte den Rückstand kontinuierlich und war beim 27:28 (50.) wieder auf Tuchfühlung. Das Spiel stand auf der Kippe.
Während die Gäste immer wieder am Heininger Keeper Lars Wittlinger scheiterten, schlossen die Einheimischen ihre Offensivaktionen nun fast immer erfolgreich ab. Es entwickelte sich eine Zitterpartie für unsere Mannschaft, die zwar durchgehend in Führung lag, den Gegner aber nicht mehr abschütteln konnte (28:29, 29:30, 31:32).
Zwei Minuten vor dem Ende markierte Max Mitzel dann das 31:33, dem Jeremias Seebacher in der Schlussminute das erlösende 31:34 folgen ließ. Das Siebenmetertor von Heiningens neunfachem Torschützen Andreas Schaaf zum 32:34-Endstand war nur noch für die Statistik wichtig und ging im Sandweierer Siegesjubel unter.
Bester Torschütze beim TVS war mit zehn Treffern Rechtsaußen Christian Fritz, der am Ende über die gegen ihn verhängte schnellste Zeitstrafe in seiner Karriere schmunzeln konnte. Jeremias Seebacher nahm für den berufsbedingt verhinderten Maximilian Vollmer die Spielmacherposition ein und krönte seine gute Leistung mit sechs Toren.
„Das war ein hartes Stück Arbeit, was auch zu erwarten war. Wir hatten das Spiel zunächst im Griff, mussten den Gegner in der zweiten Halbzeit aber aufschließen lassen. Mit viel Kampfgeist haben wir die Partie schließlich für uns entschieden“, meinte ein sichtlich erleichterter TVS-Cheftrainer Sandro Catak nach der nervenaufreibenden Begegnung.
Am kommenden Donnerstag (20.30 Uhr) geht’s für den TVS mit dem Nachholspiel bei der HSG Konstanz II weiter. Spiele unter der Woche: Damit kennt man sich beim TVS in der laufenden Saison aus. In Birkenau und Weilstetten gab es überzeugende Auswärtssiege und an einem Mittwochabend wurde Zizishausen in der Rheintalhalle klar mit 35:18 bezwungen.

Für den TVS spielten: Dominik Horn, Thilo Hafner (im Tor); Christian Fritz 10/3, Jeremias Seebacher 6, Han Völker 5, Max Mitzel 4, Maximilian Strüwing 4, Markus Koch 3, Franz Henke 1, Jascha Lehnkering 1, Matthias Seiter, Lukas Veith, Julian Schlager, Sebastian Wichmann.