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Mit sechs Treffern war Han Völker erfolgreichster TVS-Torschütze in Birkenau. Foto: Raymund Kunz 

Es gibt angenehmere sportliche Aufgaben, als an einem normalen Dienstagabend um 20 Uhr ein Handballspiel im 100 Kilometer entfernten Birkenau auszutragen. Brav, wie wir sind, haben wir auch der Birkenauer Bitte entsprochen und – Corona lässt grüßen - keine Fans nach Südhessen mitgebracht. So waren lediglich 100 einheimische Zuschauer Augenzeugen einer Partie, die bei niedrigen Temperaturen ausgetragen wurde. Und zwar in der Birkenauer Langenberg-Sporthalle - ein traditionsreicher Ort, in dem früher sogar Bundesliga-Handball zelebriert wurde. Äußeres Kennzeichen: ziemlich viel Sichtbeton.
In dieser im wahrsten Sinne des Wortes „eiskalten“ Atmosphäre als gegnerische Mannschaft anzutreten, ist nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig. Jedoch: Die Jungs von Cheftrainer Sandro Catak und Co-Trainer Marius Merkel ließen sich durch nichts und niemanden vom Erfolgsweg abbringen. Der 26:23-Sieg war – da gibt es keinen Zweifel – hochverdient. Dafür gab es am Ende dann nicht nur zwei Punkte, sondern auch noch die Tabellenführung der Baden-Württemberg-Oberliga. Mit nunmehr 20:4 Zählern löste der TVS 1907 Baden-Baden/TV Sandweier den TSV Weinsberg (19:5) an der Spitze ab.
Nach dem durchwachsenen Saisonstart mit 2:4 Punkten legte unsere Mannschaft eine Serie von neun Siegen in Folge hin, was in der insgesamt neunten Sandweierer Oberliga-Saison ein Vereinsrekord ist.
Rekordverdächtig ist auch die Abwehrleistung des Spitzenreiters. In den zwölf Partien kassierte der TVS lediglich 281 Gegentore, was einem Schnitt von 23,4 pro Spiel ergibt. War Sandweier in der Vergangenheit eher für viele Gegentore bekannt, hat sich dies unter der Regie von Sandro Catak gewandelt. Die Defensive erweist sich in der laufenden Runde als äußerst sattelfest und ist aktuell die Basis des Erfolgs.
Coach Catak hat zuletzt in der Presse immer wieder betont, dass ihn der momentane Tabellenstand nicht interessiert, dass er vielmehr in erster Linie darauf aus ist, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Am Dienstag wurde er nach der Partie in Birkenau aber überraschend mit dem Oberliga-Klassement konfrontiert. Sein Bruder Ingo, Abwehrstratege bei Drittligist SG Pforzheim/Eutingen, schickte ihm neben der Gratulation zum Sieg auch die Tabelle aufs Handy. Dem lauten Lachen des Trainers war zu entnehmen, dass ihn das, was er auf dem Display gesehen hat, im kalten Birkenau dann doch erwärmte.

In diesem Sinne wünschen die Handballer des TV Sandweier allen Fans, Sponsoren und Freunden, die Woche für Woche mit unseren Mannschaften mitfiebern, ein frohes Weihnachtsfest!

Impressionen vom Oberliga-Spiel des TVS in Birkenau:...

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Kalt war's. Foto: Raymund Kunz

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Grüne Wand vor Betonwand.   

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Handball-Kulisse in Corona-Zeiten. 

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Große Tradition: Unser Gegner TSV Birkenau spielte einst nicht nur in der Hallenhandball-Bundesliga, sondern feierte auf dem Großfeld im Jahr 1974 auch die deutsche Meisterschaft. Fotos (3): Daniel Merkel 

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Nicht zu halten: Unser Kreisläufer Matthias Seiter. Foto: Raymund Kunz

Geballte Sandweierer Amngriffswucht

Geballte Sandweierer Angriffswucht.  Foto: Raymund Kunz

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Klare Sache: Den hält unser Messi. Foto: Raymund Kunz