
Kein Durchkommen für Heiningens Felix Kohnle gegen die grün-weiße TVS-Wand. Foto: Daniel Merkel
Das war wieder einmal nichts für schwachen Nerven. Unsere Mannschaft entschied das Verfolgerduell gegen den TSV Heiningen in der Sandweierer Rheintalhalle mit 30:28 (17:10) für sich und verdrängte den Gegner damit von Platz drei. Die 500 Zuschauer waren begeistert angesichts eines Heimteams, das top begann, nach der Pause einen Durchhänger hatte und danach mit einer außergewöhnlichen Energieleistung die Punkte doch noch nach Hause brachte. Ex-Spielführer Franz Henke lobte seine ehemaligen Mannschaftskameraden: „In der kritischen Phase hat man den Charakter des Teams gesehen. Wie sie sich zurückgekämpft und schließlich durchgesetzt haben, das war einfach klasse und auch ungemein wichtig.“ Fakt ist: Der TVS hat nach 26 Spieltagen 35:17 Punkte auf dem Konto und liegt damit gleichauf mit dem Zweitplatzierten HSG Albstadt.
Doch der Reihe nach. Was gegen den TSV Heiningen, der als Tabellendritter angereist war, in der ersten Hälfte zunächst wie eine klare Sache aussah, entwickelte sich nach dem Seitenwechsel zu einem Krimi mit hohem Unterhaltungswert. Gästetrainer Hagen Gunzenhauser sprach von einem „rassigen Spiel“, TVS-Chefcoach Sandro Catak „von einer tollen Moral meiner Mannschaft“. Sandro Catak lobte seine Schützlinge für eine „fast perfekte erste Halbzeit“. In der Tat spielte der TVS vor der Pause wie aus einem Guss. „Wir haben das 7:6-Angriffsspiel überragend praktiziert“, so Catak, der zunächst ein dominierendes Heimteam sah. Aus dem 4:1 (7.) machten die Hausherren bis zur 23. Minute eine 14:6-Führung. Beim 17:10 ging es in die Kabinen.
Ein komplett anderes Bild bot sich nach der Pause. Zwar erhöhten die Sandweierer gleich nach Wiederanpfiff auf 18:10, doch dann waren die Gäste am Drücker. Nach fünf TSV-Toren in Folge zum 18:15 (38.) war die Partie wieder offen. Und die Heininger Aufholjagd ging weiter. Beim 19:18 (43.) schien die Begegnung endgültig zu kippen. Was danach folgte, ist am besten mit „offenem Schlagabtausch“ zu bezeichnen, wobei die Einheimischen mit großer Leidenschaft ihre knappe Führung verteidigten. Immer wenn der Heininger Ausgleich drohte, schlug der Gastgeber zurück. So ging es über 20:19, 21:20, 22:21, 23:22, 24:23, 26:23 und 27:24 bis zum 27:26 (57.) weiter. Die Vorentscheidung besorgten dann Andre Ockert und Luis Klinger mit den Treffern zum 29:26 (59.). Zu einem mitausschlaggebenden Faktor wurde in dieser Phase auch Torhüter Dominik Merz, der wiederholt glänzend parierte. Nach dem 29:27 machte Andre Ockert mit seinem siebten Tor zum 30:27 (60.) endgültig alles klar.
Nach dem Abpfiff herrschte im TVS-Lager Erleichterung pur über den harterkämpften Sieg gegen einen starken Gegner, der in der zweiten Hälfte mit seiner dynamischen Spielweise eindrucksvoll demonstrierte, weshalb man vor drei Wochen noch an der Spitze des Regionalliga-Klassements stand. Aufgrund der gleichzeitigen Willstätter Heimniederlage gegen Waiblingen hat sich die Ausgangsposition des TVS zusätzlich verbessert. So wurde nicht nur Heiningen überflügelt, sondern auch die HSG Willstätt/Hanauerland. Als Tabellendritter ist der TVS mitten drin im Rennen um die Meisterschaft und den Aufstieg in die Dritte Liga. Sandro Catak sieht die Situation derweil gelassen: „Über Ostern ist jetzt erst einmal Pause, danach sehen wir in aller Ruhe weiter, was die Saison noch bringt.“
Weiter geht es für unsere Mannschaft am Samstag, 11. April, um 20 Uhr mit dem Spiel bei der SG Weinstadt. Die übrigen Termine: TVS – MTG Wangen (Samstag, 18. April, 20 Uhr), HSG Willstätt/Hanauerland – TVS (Freitag, 24. April, 20.30 Uhr) und schließlich TVS – TuS Steißlingen (Sonntag, 3. Mai, 17 Uhr).
Für den TVS spielten: Dominik Merz, Thilo Hafner (Tor); Andre Ockert 7, Elias Dörflinger 5, Tim Krauth 5, Mirco Schlageter 5, Luis Klingler 3/1, Jeremias Seebacher 2, Luca Schlageter 1, Julian Schlager 1, Elias Meier 1, Luis Materna, Sebastian Wichmann, Joel Kraus, Maximilian Vollmer.






















